Noriker

Der Noriker  ist ein mittelschweres Gebirgskaltblut mit gut bemuskeltem Körper und einem trockenen, kräftigen Fundament ohne ausgeprägten Kötenbehang. Mit einer Größe zwischen 155 und 165 cm steht er im mittleren Rahmen.

Die Bezeichnung „Noriker“ leitet sich von der römischen Provinz „Noricum“ ab, die das Entstehungsgebiet dieser Pferderasse beschreibt. Der Saumhandel, also der Warenverkehr über die Alpen, hat ab dem Mittelalter den Noriker entscheidend geprägt, so dass ein robustes, futterdankbares und v.a. trittsicheres Pferd entstand. Analog zu diesen Handelsrouten haben sich die Hochzuchtgebiete in Österreich, insbesondere im Süden von Salzburg, entwickelt.
Neben dieser landwirtschaftlich geprägten Aufgabe sollte der Noriker ab dem 16. Jahrhundert aber auch als Repräsentationspferd, in erster Linie für die Salzburger Bischöfe, dienen. Zu diesem Zweck wurden u.a. Spanier und Neapolitaner eingekreuzt, und nach Farben selektiert. Aus diesem Grund gibt es beim Noriker neben den bekannten Grundfarben auch die auffälligen Platten- und Tigerschecken, die v.a. als Reitpferde dienten, und die Mohrenköpfe, die als Wagenpferde für besondere Anlässe genutzt wurden.

Der Mohrenkopf, ein Blauschimmel mit schwarzem Kopf und Extremitäten sowie schwarzem Langhaar, wurde entscheidend beeinflusst durch den altbarocken, meist schwarzen Neapolitaner aus Italien. Das ist heute noch oft durch schön geschwungene Hälse und Köpfe mit ausgeprägter Mähne und ein edles Auftreten bei den Mohrenköpfen erkennbar. Es entstand ein Pferd mit gutmütigem, aber lebhaftem Temperament, langrechteckig, hochaufgesetzt, mit schöner Oberlinie und guter, ausdauernder Trabmechanik. Genau das, was wir suchten …

Als wir uns vor ein paar Jahren auf die Suche nach solchen Pferden machten, mussten wir allerdings feststellen, dass dies gar nicht so einfach werden wird. Da die Population der Mohrenköpfe und Blauschimmel in Österreich genetisch gesehen begrenzt ist, und diese Farbvariante auch noch schwer zu züchten ist, da sie aufspaltet und Rappen hervorbringen kann, dauerte es eine Weile, bis wir fündig wurden. Bedingt durch den genetischen Hintergrund, wechseln diese Pferde bis zu fünfmal im Jahr ihre Farbe, das bedeutet, die Intensität des Deckhaares variiert von sehr dunkel bis hell. Dieses Schauspiel begeisterte schon in früherer Zeit, weswegen der „testa di moro“ oder „capo moro“ bis heute heiß begehrt ist.

In unserem Besitz stehen mittlerweile fünf Mohrenköpfe bzw. Blauschimmel; vier Hengste und eine Stute aus den Hengstlinien Vulkan und Elmar. Alle unsere Noriker kamen bereits als Fohlen zu uns und wir legen großen Wert auf eine robuste Aufzucht im Herdenverband auf der Alm. Unserer Meinung nach ist das eine Voraussetzung für stabiles Fundament und gute Gesundheit. Beides unabdingbar für eine lange Karriere als Arbeitspferd!

Durch die Noriker konnten wir schon viele nette Bekanntschaften schließen und besuchen regelmäßig Züchter und Halter dieser besonderen Pferde. Wenn Sie Interesse an einem Noriker haben, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Quelle: Thomas Druml: Das Noriker Pferd I + II,Vehling. Graz 2006/2012

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